Thank you for sharing your story
Person with a lived experience of cancer

Birgit, Germany

How did it start?

Hallo, ich bin Birgit und erhielt im Dezember 2006 die Diagnose Brustkrebs,
nachdem mein 3-jähriger Sohn 5 Jahre zuvor an Krebs verstorben war. Während
der Schwangerschaft mit meinem 3.Kind

bemerkte ich an der Brustwarze Flüssigkeitsaustritt, Verkrustungen und
Farbveränderungen . Man schickte mich zum Hautarzt, wo ein Mamillenekzem und
eine Pigmentstörung diagnostiziert wurden. Ich bekam Salben, die aber nichts
brachten. Als mein Baby dann da war, bemerkte ich wieder Auffälligkeiten,
aber alle sagten es käme vom Stillen.

Erst meine Frauenärztin sah genauer hin und nach Ultraschall, Mammographie
und Biopsie erhielt ich schließlich im Alter von 36 Jahren die Diagnose
Brustkrebs Her 2 neu 3+. Mein erster Gedanke war: "Werde ich jetzt auch
sterben?"

Zwei Wochen später begann das Staging, ich bekam meinen Port und wurde
brusterhaltend operiert. Mit dem Tumor wurden 16 Lymphknoten und eine
Lymphknotenmetastase entfernt. Es folgten  Chemo- und Strahlentherapie.
Zusätzlich bekam ich ein Jahr lang Antikörper und eine Antihormontherapie
über fünf  Jahre.

What was the biggest challenge(s) in your experience with cancer?

Neben der körperlichen ,emotionalen und finanziellen Belastung war es besonders als Mutter schwer ,während der Akuttherapie den Kindern gerecht zu werden.
Nach Therapieende war es besonders schwer für mich zu akzeptieren, dass ich nicht mehr so funktioniere wie vor der Erkrankung. Mit 39 Jahren aufgrund von Spät- und Langzeitfolgen wie Fatigue, Herzinsuffizienz, Wortfindungsstörungen, Problemen mit dem Kurzzeitgedächtnis, Lymphödem, Angststörung... berentet,wünschte ich mir mein altes Leben zurück.

What helped you most?

Meine Kinder gaben mir die Kraft zu kämpfen, denn ich wollte sie natürlich aufwachsen sehen und jeden Meilenstein miterleben, also setzte ich mir kleine Ziele und ging regelmäßig zu allen Nachsorgeuntersuchungen.Im November 2011 dann der Schock. Bei der jährlichen Mammographie wurde ein Rezidiv entdeckt. Wieder OP und weitere 5 Jahre Aromatasehemmer.Das hat mir einmal mehr gezeigt, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Mittlerweile habe ich mich mit dem Leben nach dem Krebs arrangiert, neue Prioritäten gesetzt und sehe vieles aus einem anderen Blickwinkel. Der Haushalt kann auch mal warten und ich gönne mir Pausen,wenn es nötig ist. Ich freue mich an kleinen Dingen und machbare Wünsche erfülle ich mir zeitnah.
Ich gehe weiterhin regelmäßig zur Kontrolle und einmal jährlich zur Mammographie. Meine Erstdiagnose liegt bereits 19 Jahre zurück und ich bin seit 14 Jahren krebsfrei. Die Angst vor Nachsorgeterminen,einem weiteren Rezidiv, Metastasen oder dem Tod ist zwar da,aber ich versuche ihr nicht zu viel Raum zu geben. Vor solchen Tagen hilft mir Ablenkung, wie z.b.spazieren gehen, purzeln,rätseln, lesen oder meine Lieblingsmusik hören.

What was your experience of the healthcare system?

Leider wurde meinem Wunsch nicht entsprochen, bei der Mastektomie der befallenen Brust die gesunde mit zu entfernen.Bei Problemen mit der Antihormontherapie hatte ich keinen Ansprechpartner und die Entscheidung über die weitere Einnahme, über die 10 Jahre hinaus musste ich alleine treffen, da sich die Ärzte in 2 Kliniken nicht einig waren.
Gut fand ich,dass ich an einer Studie teilnehmen durfte.

What is your message of hope or words of advice?

Um anderen Betroffenen Mut zu machen und das Thema Krebs aus der Tabuzone zu holen berichte ich auf meinem Instagram Account über mein Leben als verwaiste Mama eines Krebskämpfers und meine überstandenen Brustkrebserkrankungen.
Denn Krebs kennt kein Alter und kann jeden treffen. Allen die gerade mit einer Krebserkrankung konfrontiert sind wünsche ich viel Kraft und Zuversicht. Setzt euch kleine,Ziele,hört auf euren Körper, nehmt Hilfe an und geht einen Schritt nach dem anderen. Es gibt ein Leben nach dem Krebs und es lohnt sich zu kämpfen.

Show support
Reactions